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Fragen & Antworten

Fragen zu technischen und baulichen Aspekte


1.) Wird eine Pfahlgründung benötigt? Wird das Fundament vollständig zurückgebaut?

Antwort:
§35 Baugesetzbuch (BauGB) schreibt die Gewährleistung des Rückbaus als Bedingung für eine Baugenehmigung vor. Das Land Hessen hat für Windenergieanlagen eine vollständige Entfernung der Fundamente sowie der Bodenversiegelungen vorgeschrieben. Bei dem beantragten Fundament handelt es sich um ein Hochfundament, daher befindet sich nur ein geringer Anteil des Fundamentes unterhalb der Grasnarbe.
Die Tragfähigkeit wurde anhand von Bohrproben für das Baugrundgutachten geprüft. Nach derzeitigen Erkenntnissen wird eine Pfahlgründung nicht notwendig sein.
Nach §35 BauGB muss die Baugenehmigungsbehörde auch die Einhaltung der Rückbauverpflichtung sicherstellen. Dafür fordert sie die Hinterlegung der Rückbaukosten durch eine Bürgschaft und legt die Höhe dieser Summe fest. Diese beträgt z.Zt. 1.000 € je Meter Nabenhöhe. Durch diese Bürgschaft wird garantiert, dass der Rückbau auf alleinige Kosten des Betreibers erfolgt. Der vollständige Rückbau sowie die Hinterlegung der Bürgschaft wurden bereits im Genehmigungsverfahren zugesichert.


2.) Mit welchen Schallimmissionen ist zu rechnen?

Antwort:
Die Einhaltung der Grenzwerte gemäß „Technischer Anleitung zum Schutz gegen Lärm“ wurde durch einen unabhängigen, externen Gutachter geprüft. An allen Immissionsorten im Umkreis zum „Windpark Niederasphe“ werden die Grenzwerte (bspw. Dorf-, Mischgebiete tags 60 dB(A), nachts 45 dB(A), Verkehr nachts  54 dB(A)). eingehalten, sogar meist deutlich unterschritten. Dies zeigt auch die Schallkarte auf dem Plakat des Infomarktes, welches auf der Seite der Krug Energie einsehbar ist. Die Gutachten enthalten zudem einen „Sicherheitsaufschlag“, so dass die tatsächlichen Schallpegel an den Immissionsorten in der Regel niedrigere Werte ergeben.


3.) Gibt es optionale Systeme an einer Windenergieanlage?

Antwort:
Die Anordnung der optionalen Systeme an den Anlagen obliegt der Genehmigungsbehörde unter Abwägung der Notwendigkeit. Im Folgenden wird beispielhaft die Funktionsweise einiger dieser Systeme erläutert. Erst nach Abschluss des Genehmigungsverfahrens kann eine Auskunft gegeben werden, welche dieser Systeme mit welchen Anforderungen angeordnet worden sind.
Vestas Ice Detection: Über verschiedene Sensoren werden die Rotoren ständig auf eine mögliche Eisbildung hin überwacht. Es handelt sich somit um ein präventives Kontrollsystem. Die Anlagen werden bei Eisbildung abgeschaltet und in eine Parkstellung gedreht.

Hinderniskennzeichnung: Neben farblichen Markierungen (farbig abgesetzte Streifen) an den Rotorblättern, am Turm und am Maschinenhaus wird auch eine sogenannte Befeuerung installiert. Hierbei handelt es sich um ein Licht, welches auf dem Maschinenhaus und am Turm angebracht wird. Die Hinderniskennzeichnung einer Windenergieanlage ist aus Gründen der Luftsicherheit unerlässlich und unterliegt der „Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Kennzeichnung von Luftfahrthindernissen“.
Eine bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung schaltet sich nur im Bedarf – also bei sich nähernden Flugobjekten in einer Höhe bis zu 600m – ein. Da die Umsetzung seitens der Regierung noch nicht eindeutig geklärt ist, wird hierzu noch eine Klärung mit der Behörde erfolgen.
Zur technischen Umsetzung sieht das Gesetz folgenden Möglichkeiten vor:
o    Aktivradar
o    Passivradar
o    Transponderlösung

Feuermelde-und Feuerlöschsystem: Die Brandschutzmaßnahmen der Windenergieanlagen bieten höchste Sicherheit hinsichtlich der Vermeidung und Kontrolle von Bränden. Die Maschinenteile unterliegen der ständigen Kontrolle durch diverse Sensoren und Sicherheitsmaßnahmen, aber natürlich auch durch regelmäßige personelle Kontroll- und Wartungsarbeiten. In den Anlagen befinden sich an allen relevanten Stellen sowohl Rauch- als auch Hitzesensoren sowie spannungsüberwachende Detektoren. Diese sind mit der Anlagensteuerung verbunden und senden sofort ein Signal an die an 365 Tagen und 24 Stunden besetzte Leitstelle zur Einleitung der Feuerlöschmaßnahmen.
Schattenwurfmodul: Bei Sonnenschein verursachen die Rotoren der Windenergieanlagen periodischen Schattenwurf. Das Schattenwurfmodul stellt sicher, dass behördliche Auflagen, sofern gegeben, eingehalten werden. Bei einer Überschreitung der Grenzwerte von 8 Stunden/Jahr und 30 Minuten/Tag werden die Anlagen automatisch gestoppt. Sämtliche Ereignisse werden protokolliert.


4.) Warum wurde die Öffentlichkeit so spät über die grundlegenden Änderungen informiert?
Warum hat die Gemeindevertretung nicht über die grundlegenden Änderungen zu den bisher geplanten Anlagen neu abgestimmt?

Antwort:
Es gab keine grundlegenden Änderungen. Sowohl Planungsgebiet, als auch Anzahl der Windenergie-anlagen, Nabenhöhe und Verteilungsschlüssel für den Windertrag sind gleich geblieben. Die Öffentlichkeit wurde jeweils zeitnah über den Stand der Planungen informiert: Im August 2016 über Nabenhöhe von 166m u.a. durch einen OP-Artikel vom 1.8. und im November 2018 über die Neueinreichung der Genehmigungsunterlagen. Die Genehmigungsbehörde ist das Regierungspräsidium Gießen. Die Gemeinde wird als Träger öffentlicher Belange beteiligt.


5.) Wie ist die CO2-Bilanz der Anlagen?

Antwort:
Die Windenergieanlagen produzieren während ihrer Laufzeit CO2-freie Energie. Eine Bilanz-Prüfung wird anhand der „energetischen Amortisationszeit" durchgeführt. Dies ist der Zeitraum, den eine Anlage auf dem Festland in Betrieb sein muss, um die Energie wieder hereinzubekommen, die für ihre Rohstoffe, ihre Herstellung, den Transport, den Bau und während ihrer der gesamten Lebensdauer für ihren Betrieb inkl. Reparaturen sowie ihr Recycling aufgewendet wurde.
Eine Untersuchung des Bundesverbandes Windenergie in 2017 hat ergeben, dass eine moderne Windenergieanlage an Land eine „energetische Amortisationszeit“ zwischen fünf und zwölf Monaten besitzt. Der Zeitraum ist vom Standort und der Art der Windenergieanlage abhängig. Eine Windenergieanlage erzeugt während ihrer Laufzeit bis zu 40 Mal so viel Energie, wie für ihre Herstellung eingesetzt wird.

Fragen zu Genehmigung und Planung

6.) Wird die Gefahr gesehen, dass ein anderer Projektentwickler den Bau von Windenergieanlagen im Windpark beantragt?
Antwort:

Alle erforderlichen Nutzungsrechte liegen bei der Krug Energie/Windenergie Niederasphe.
Sollte die Windenergie Niederasphe das Projekt nicht weiterentwickeln, kann dies ein anderer Projektentwickler tun, denn es handelt sich um eine rechtskräftig ausgeschriebene Regionalplanfläche.


7.) Was passiert im Brandfall? Wie wird das Öl im Brandfall aufgefangen?

Antwort:
Die Aufgabe der örtlichen Feuerwehren besteht darin, einen Flächenbrand um die Windenergieanlage zu verhindern. Hierzu stehen im „alten Hochbehälter“ ca. 500 m³ Löschwasser zur Verfügung und Material, um eine Sicherheits-Absperrung aufzubauen.
In den Windenergieanlagen sind Ölwannen eingebaut, die eine Ausbreitung des Öls in den Boden verhindern.
Weitere Informationen zum Thema Brandschutz finden sie hier: https://www.energieland.hessen.de/bfeh/giessen_06_06_2018/Faktenpapier_Sicherheit_Windenergieanlagen_2018.pdf

8.) Wo wird der Windpark netztechnisch angeschlossen? Ist eine Anbindung an das Gewerbegebiet geplant?

Antwort:
Der favorisierte Anschluss liegt in Battenfeld, neun Kilometer nördlich des Windparks. Die Möglichkeit zur Stromversorgung des neuen Gewerbegebietes über eine alternative Anschlussmöglichkeit an die südöstlich vorbeiführende Freileitung wird geprüft, muss aber noch mit diversen Akteuren, wie zum Beispiel dem Netzbetreiber, abgestimmt werden.


9.) Wie groß ist der Abstand zu umliegenden Siedlungsbereichen bei Anlagen dieser Größenordnung?

Antwort:
Der vom Regierungspräsidium Gießen im Teilregionalplan Erneuerbare Energien vorgeschriebene Abstand zum Anlagenstandort beträgt 1.000 Meter und wird bei allen Windenergieanlagen eingehalten.
In Hessen stehen bereits 175 Windenergieanlagen mit einer Gesamthöhe von mindestens 200 Meter, über 20 weitere Anlagen stehen vor der Inbetriebnahme. Deutschlandweit befinden sich mehr als 600 Windenergieanlagen mit vergleichbaren Anlagenhöhen (Nabenhöhe > 158 Meter, Rotordurchmesser > 145 Meter) in Genehmigungsverfahren. Die Anlagengrößen entsprechen dem aktuellen Stand der Technik. Auch im Landkreis Marburg-Biedenkopf sind an anderen Standorten diese Windenergieanlagen (z.B. Lohra) geplant und beantragt.

Fragen zum Projektentwickler und Projektpartnern

Für Informationen zum Projektentwickler, können Sie die Webseite der Krug Energie besuchen: http://www.krug-energie.de/index.php

10.) Wie ist die Gemeinde an dem Projekt beteiligt?

Antwort:
o    Gemeinde-Entgelte
o    0,5% werden an gemeinnützige, kirchliche oder mildtätige Organisationen mit Sitz in der Gemeinde Münchhausen gespendet
o    Betrag aus dem Vertrag für Wege und Infrastruktur und dem Poolvertrag
o    Gewerbesteuereinnahmen durch Sitz der Betreibergesellschaft in Münchhausen

Welche Vorteile bringt der „Windpark Niederasphe“ für die Gemeinde Münchhausen?
Hierüber hatte die Gemeinde 2014 beraten:
-    Beteiligung am Windertrag für Grundstückseigentümer
-    Gelder aus dem Windpark hinsichtlich vertraglicher Vereinbarungen für gemeindeeigenen Flächen und Wegen fließen in die Gemeinde-Kasse
-    Gewerbesteuereinnahmen
-    Wirtschaftswege, die auch für die Zuwegung benötigt werden, werden instand gesetzt

Welche Einschränkungen sind zu erwarten?
-    Versiegelung der Fundamentbereiche. Bei Abbau des Windparks werden die Fundamente vollständig entfernt und der Boden wird entsiegelt
-    Teilversiegelung der Zuwegung und Kranstellfläche. Die Schotterdecken sind bei Abbau des Windparks vollständig aufzunehmen und fachgerecht zu entsorgen
-    Temporärer Baustellenverkehr über die Kreisstraße 88 (K88) während der Bauphase


Fragen zur Windenergie im Allgemeinen
11.) Kann es zu einem finanziellen Wertverlust von Immobilien und Grundstücken kommen?

Antwort:
Für die Preisfindung der Immobilien sind Faktoren wie die technischen und sozialen Infrastrukturen von wesentlicher Bedeutung.

Ein langfristiger, auschlaggebender Effekt durch die Planung von Windenergieanlagen im Umfeld von Immobilien kann durch die Faktenlage nicht bestätigt werden. Hierzu gibt es auch einen Faktencheck Windenergie und Immobilienpreise der EnergieAgentur NRW: www.energiedialog.nrw.de/wp-content/uploads/2017/07/Eigenpublikation_Windenergie-Immobilienpreise_final.pdf. Beispielsweise stiegen die Immobilienpreise in Kirchhain (Landkreis Marburg-Biedenkopf) trotz des Baus von Windenergieanlagen im Jahr 2011 von 1.740 € pro m² auf 3.318 € pro m² im Jahre 2019 (Quelle: Immowelt). Ähnliche Entwicklungen werden aus Stadtallendorf berichtet.